Rolex GMT-Master II: Die verschiedenen Modelle im Überblick

12.08.2026

Keine Rolex-Linie hat so viele Spitznamen wie die GMT-Master II. Pepsi, Batman, Sprite, Root Beer, Bruce Wayne — was klingt wie eine Liste von Getränken und Comicfiguren, ist in Wahrheit die bunte Familie einer der begehrtesten Uhren der Welt. Diese Namen sind nicht offiziell, sondern von Sammlern erfunden, und genau das macht ihren Reiz aus: Sie erzählen, wie leidenschaftlich die Uhrenwelt über die verschiedenen Farbvarianten dieser einen Uhr diskutiert.

Doch hinter den lustigen Namen steckt System. Die GMT-Master II gibt es in einer Vielzahl von Ausführungen, die sich in Lünettenfarbe, Material und Armband unterscheiden — technisch aber oft überraschend ähnlich sind. Wer sich für eine interessiert, sollte die Familie kennen. Dieser Überblick sortiert das bunte Durcheinander und hilft, die richtige Variante zu finden.

 

Eine Uhr, viele Gesichter: die Gemeinsamkeiten

Bevor wir uns die einzelnen Varianten ansehen, lohnt ein Blick auf das, was sie verbindet. Die aktuellen Stahlmodelle der GMT-Master II teilen sich dieselbe Basis: ein 40-Millimeter-Gehäuse aus Oystersteel und das moderne Manufakturwerk Kaliber 3285 mit einer Gangreserve von rund 70 Stunden. Das Herzstück ist bei praktisch allen Varianten identisch. Die Unterschiede zwischen einer Pepsi und einer Batman sind also in erster Linie ästhetischer Natur — Farbe und Armband, nicht Technik.

Das ist eine wichtige Erkenntnis für den Kauf: Man wählt bei den Stahlmodellen nicht die bessere oder schlechtere Uhr, sondern schlicht den Look, der einem am besten gefällt. Alle bieten dieselbe zweifarbige, kratzfeste Keramiklünette (Rolex nennt sie Cerachrom), dieselbe Funktion mit zweiter Zeitzone und dieselbe legendäre Robustheit. Die Qual der Wahl ist hier also eine reine Geschmacksfrage — und zum Glück eine, bei der es keine falsche Antwort gibt.

 

Die Pepsi: der rot-blaue Urahn

Die Pepsi ist die berühmteste GMT-Master II von allen und zugleich diejenige mit der tiefsten Geschichte. Ihre rot-blaue Lünette geht direkt auf das Original von 1955 zurück, die allererste GMT-Master, die für die Piloten der Fluggesellschaft Pan Am entwickelt wurde. Die Farbwahl war ursprünglich rein funktional: Rot markiert die Tagesstunden, Blau die Nachtstunden auf der 24-Stunden-Skala, damit ein Pilot auf einen Blick erkennen konnte, ob es in der zweiten Zeitzone Tag oder Nacht war.

Dass die Kombination ausgerechnet an das Logo einer bekannten Limonade erinnerte, war Zufall — der Spitzname aber blieb für immer haften. Die aktuelle Referenz 126710BLRO kam 2018 zunächst ausschließlich am eleganten Jubilé-Band auf den Markt und wurde später auch am sportlicheren Oyster-Band angeboten. Die Pepsi ist die Wahl für Puristen und Geschichtsfans: Wer eine Uhr will, die mit der gesamten Historie der GMT-Master und der goldenen Ära der Luftfahrt verbunden ist, greift zu ihr. Sie ist zeitlos, unverwechselbar und weltweit sofort erkennbar.

 

Die Batman und die Batgirl: blau-schwarze Vielseitigkeit

Die Batman verdankt ihren Namen der blau-schwarzen Lünette, die Sammler sofort an das Kostüm des dunklen Ritters erinnerte. Historisch bedeutsam ist sie auch technisch: Die erste Batman von 2013, damals die Referenz 116710BLNR, war die allererste Rolex überhaupt mit einer zweifarbigen Keramiklünette — ein echtes Novum, denn zwei Farben in einer einzigen Keramik zu vereinen, galt lange als kaum machbar.

Die aktuelle Referenz 126710BLNR ist an beiden Armbändern erhältlich, und hier kommt eine feine Unterscheidung ins Spiel: Am sportlichen Oyster-Band heißt die Uhr weiterhin Batman, am femineren, fünfgliedrigen Jubilé-Band nennen Sammler sie liebevoll Batgirl. Es ist dieselbe Uhr, nur das Band macht den Namensunterschied. Die blau-schwarze Kombination ist herrlich vielseitig: dunkel genug fürs Büro und den Anzug, aber mit genug Charakter, um aufzufallen. Die Batman ist damit die perfekte Allround-GMT für alle, die eine einzige Uhr für jeden Anlass suchen.

 

Die Sprite: grün-schwarz und für Linkshänder

Die Sprite ist die jüngste Sensation und in mehrfacher Hinsicht ein Bruch mit der Tradition. Ihre grün-schwarze Lünette erinnert an die bekannte Zitronenlimonade und gab ihr den Namen. Doch das eigentlich Revolutionäre steckt in der Bauweise: Vorgestellt 2022, war die Sprite (Referenz 126720VTNR) die erste Linkshänder-Rolex überhaupt. Die Krone sitzt auf der linken Gehäuseseite, sodass die Uhr am rechten Handgelenk getragen wird — ein sogenanntes „Destro“-Modell.

Das machte die Sprite über Nacht zum Gesprächsthema. Zum einen ist Grün ohnehin die Signalfarbe von Rolex, zum anderen hatte die Marke noch nie zuvor eine Uhr bewusst für Linkshänder gebaut. Auch die Sprite ist an Oyster- und Jubilé-Band erhältlich. Sie ist die Uhr für alle, die etwas Ungewöhnliches suchen, die sich von den klassischen Farbkombinationen abheben wollen — und natürlich für Linkshänder, die endlich eine Rolex tragen können, deren Krone nicht in den Handrücken drückt. Manche nennen sie wegen der Farben übrigens auch „Hulk“, aber Sprite hat sich durchgesetzt.

 

Der Bruce Wayne: das elegante Grau

Bei der Messe Watches and Wonders 2024 sorgte Rolex für eine Überraschung. Statt des von vielen erhofften rot-schwarzen „Coke“-Modells präsentierte die Marke eine GMT-Master II mit einer dezenten grau-schwarzen Lünette (Referenz 126710GRNR). Der Spitzname war sofort da: Bruce Wayne — die zurückhaltende, zivile Alter-Ego-Version der auffälligeren Batman, benannt nach dem bürgerlichen Namen des Superhelden.

Der Bruce Wayne trifft einen Nerv bei allen, die die Funktion und den Status der GMT-Master II wollen, aber auf knallige Farben verzichten möchten. Das gedeckte Grau-Schwarz wirkt seriös, elegant und außergewöhnlich vielseitig — vielleicht die unauffälligste und zugleich erwachsenste Farbvariante der ganzen Familie. Auch er ist an beiden Armbändern zu haben. Für den geschäftlichen Alltag, für alle, die eine gewisse Diskretion schätzen, ist der Bruce Wayne eine der attraktivsten Neuerscheinungen der letzten Jahre. Er beweist, dass eine GMT-Master II auch leise überzeugen kann.

 

Die Root Beer: Wärme in Zweifarben-Gold

Die Root Beer fällt aus der Reihe, denn sie ist die einzige Variante, deren Spitzname sich auf eine Materialkombination und nicht auf reinen Stahl bezieht. Ihre braun-schwarze Lünette erinnert an das gleichnamige amerikanische Wurzelbier, und sie wird mit warmem Everose-Gold kombiniert. Die moderne Referenz 126711CHNR paart die braun-schwarze Keramiklünette mit einem Gehäuse und Band aus Oystersteel und 18-karätigem Everose-Gold — eine Zweifarben-Ausführung, die deutlich edler und wärmer wirkt als die sportlichen Stahlmodelle.

Wer es noch luxuriöser mag, findet in der Referenz 126715CHNR eine Variante in massivem Everose-Gold. Der Name Root Beer hat historische Wurzeln in den braun-goldenen GMT-Mastern der 1960er- und 1970er-Jahre. Die moderne Interpretation überträgt diesen Vintage-Charme in die Gegenwart und richtet sich an alle, die eine GMT-Master II für dressiertere Anlässe suchen — eine Uhr, die genauso gut zum Reiseanzug wie zum Abendessen passt. Sie ist die geschmeidige, elegante Seite der Familie.

 

Coke, Meteorit und die Edelmetall-Varianten

Über die bekanntesten Modelle hinaus gibt es weitere Ausführungen, die den Reiz der Linie ausmachen. Der Spitzname Coke steht für die rot-schwarze Lünette, die vor allem von den Vintage-Modellen bekannt ist; eine moderne Keramikversion davon fehlt aktuell im Programm, was die Hoffnung vieler Sammler auf ein künftiges Modell am Leben hält. Für Freunde von Edelmetallen bietet Rolex die GMT-Master II auch in Weißgold, in massivem Gelbgold und in weiteren Zweifarben-Kombinationen an, teils mit besonderen Zifferblättern wie einer beeindruckenden Meteoritenscheibe.

Diese hochwertigen Ausführungen richten sich an ein Publikum, das über die sportlichen Stahlmodelle hinausgeht und eine GMT-Master II als echtes Luxusobjekt versteht. Sie sind seltener, teurer und exklusiver. Für die meisten Käufer bleibt die Entscheidung aber innerhalb der bekannten Stahl- und Zweifarben-Varianten — und die bieten schon mehr als genug Auswahl für eine schwierige, aber schöne Entscheidung.

 

Oyster oder Jubilé? Die Frage des Armbands

Ein Detail, das den Charakter jeder GMT-Master II stark prägt, ist das Armband. Rolex bietet die meisten Stahlvarianten heute an beiden Bändern an, und die Wahl macht einen echten Unterschied. Das Oyster-Band besteht aus drei breiten Gliedern, wirkt sportlich und robust und unterstreicht den Werkzeugcharakter der Uhr. Es passt hervorragend zu lässiger Kleidung und gibt der GMT einen kernigen Auftritt.

Das Jubilé-Band dagegen besteht aus fünf feineren Gliedern, trägt sich geschmeidiger und wirkt deutlich eleganter. Es lässt dieselbe Uhr sofort gehobener aussehen und wechselt mühelos vom Büro in den Feierabend. Wer maximale Vielseitigkeit über verschiedene Anlässe hinweg sucht, ist mit dem Jubilé-Band oft am besten bedient. Wer den sportlichen, robusten Look bevorzugt, greift zum Oyster-Band. Es lohnt sich, beide anzuprobieren — denn dasselbe Modell kann sich an den zwei Bändern erstaunlich unterschiedlich anfühlen.

 

Welche GMT-Master II passt zu Ihnen?

Nach all den Varianten hilft ein klarer Blick auf die Typen. Wenn Sie Geschichte und Ikonenstatus lieben, ist die Pepsi die naheliegende Wahl. Wenn Sie eine einzige, maximal vielseitige Uhr für alles suchen, sind die Batman oder der Bruce Wayne ideal — dunkel, seriös, alltagstauglich. Wenn Sie etwas Ungewöhnliches wollen oder Linkshänder sind, führt kein Weg an der Sprite vorbei. Und wenn es wärmer, edler und dressierter sein darf, ist die Root Beer in Everose die richtige Adresse.

Am Ende gilt bei den Stahlmodellen: Technisch bekommen Sie überall dieselbe hervorragende Uhr, also entscheiden Sie nach dem Bauchgefühl. Welche Farbe bringt Sie zum Lächeln, wenn Sie aufs Handgelenk schauen? Welches Band passt zu Ihrem Stil und Ihrem Alltag? Diese Fragen führen zuverlässiger zur richtigen GMT-Master II als jede Spezifikationstabelle. Probieren Sie mehrere an — der Unterschied zwischen Theorie und dem Blick ins Schaufenster ist bei dieser Uhr besonders groß.

 

Die Geschichte der GMT-Master: von Pan Am bis heute

Um die heutige Vielfalt zu verstehen, hilft ein Blick zurück. Die erste GMT-Master entstand Mitte der 1950er-Jahre aus einem konkreten Bedürfnis der aufkommenden Düsenluftfahrt. Die Fluggesellschaft Pan Am eröffnete neue Langstreckenrouten, die mehrere Zeitzonen überquerten, und ihre Piloten sowie Crews brauchten eine Uhr, die neben der Ortszeit zuverlässig eine zweite Zeitzone anzeigt. Rolex entwickelte daraufhin die GMT-Master mit ihrem zusätzlichen 24-Stunden-Zeiger und der drehbaren Lünette — geboren also nicht als Modeobjekt, sondern als echtes Berufswerkzeug.

Über die Jahrzehnte wuchs die Uhr weit über ihre ursprüngliche Zielgruppe hinaus. Aus dem Piloteninstrument wurde eine Stilikone, die Abenteurer, Vielreisende und schließlich Sammler auf der ganzen Welt eroberte. Meilensteine waren die Einführung der besonders präzisen zweiten Zeitzone bei der GMT-Master II, die die Ortszeit unabhängig verstellen ließ, und später der Wechsel zu den kratzfesten Keramiklünetten, die die alten Aluminiumeinsätze ablösten. Besonders die zweifarbige Keramik war ein technischer Durchbruch, der die heutigen bunten Lünetten erst möglich machte. So führt eine direkte Linie vom funktionalen Pan-Am-Werkzeug der 1950er bis zur schillernden Modellfamilie von heute — die Funktion blieb dieselbe, nur die Auswahl wurde immer reicher.

 

Häufige Fragen

Sind die verschiedenen GMT-Master-II-Varianten technisch unterschiedlich?

Bei den aktuellen Stahlmodellen kaum. Sie teilen sich dasselbe 40-Millimeter-Gehäuse und dasselbe Kaliber 3285. Die Unterschiede liegen fast ausschließlich in Lünettenfarbe und Armband. Bei den Edelmetall- und Zweifarben-Modellen kommen natürlich andere Materialien hinzu.

Was ist der Unterschied zwischen Batman und Batgirl?

Es ist dieselbe Uhr mit blau-schwarzer Lünette. Am sportlichen Oyster-Band wird sie Batman genannt, am eleganteren Jubilé-Band Batgirl. Der Name unterscheidet also nur das Armband.

Warum heißt die Sprite so und was ist an ihr besonders?

Die grün-schwarze Lünette erinnert an die Limonade gleichen Namens. Das Besondere: Die Sprite ist Rolex‘ erstes Linkshänder-Modell mit der Krone auf der linken Seite, gedacht zum Tragen am rechten Handgelenk.

Gibt es die GMT-Master II als Coke mit rot-schwarzer Lünette?

Eine moderne Keramikversion der rot-schwarzen Coke gibt es derzeit nicht im aktuellen Programm. Der Name stammt von älteren Vintage-Modellen. Viele Sammler hoffen auf eine Neuauflage, bestätigt ist sie aber nicht.

Welche GMT-Master II hält ihren Wert am besten?

Alle Stahlvarianten gehören zu den wertstabilsten Uhren des Marktes und werden auf dem Zweitmarkt regelmäßig über dem Neupreis gehandelt. Die Pepsi genießt aufgrund ihrer Geschichte oft einen kleinen Aufschlag, doch Batman, Sprite und Bruce Wayne stehen kaum nach. Entscheidend für den Werterhalt sind wie immer Zustand, Vollständigkeit von Box und Papieren sowie die Originalität der Uhr. Kaufen sollten Sie aber ohnehin nach Geschmack, nicht nach Rendite.

 

Fazit

Die GMT-Master II ist ein Paradebeispiel dafür, wie eine einzige Uhr durch Farbe und Material zu einer ganzen Familie mit unterschiedlichsten Charakteren werden kann. Von der geschichtsträchtigen Pepsi über die vielseitige Batman und die revolutionäre Sprite bis zum eleganten Bruce Wayne und der warmen Root Beer ist für jeden Geschmack etwas dabei — und technisch bekommt man bei den Stahlmodellen überall dieselbe herausragende Uhr.

Wenn Sie unsicher sind, welche Variante und welches Armband am besten zu Ihrem Stil und Ihrem Alltag passen, beraten wir Sie gern — ehrlich und in Ruhe. Denn bei einer Uhr mit so vielen Gesichtern lohnt es sich, genau das eine zu finden, das zu Ihnen gehört.

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